Ein Gefühl ist uns
Anlegern nur allzu bekannt: Es ist das schlechte Gewissen,
das uns dazu anhält, uns doch etwas häufiger
um unsere Aktien zu kümmern; uns besser und intensiver
zu informieren. Es gilt die vorherrschende Meinung:
Je mehr ein Anleger weiß, desto besser ist dies
für ihn. Schließlich kann ein gut informierter
Anleger eher vermeiden, Aktien von "schlechten"
Unternehmen zu kaufen. Und er hat eine größere
Chance, die künftigen Gewinner „herauszupicken“.
Das stimmt aber so gar nicht. Das schlechte Gewissen
ist unnötig. Ökonomen haben herausgefunden:
Zuviel Information ist sogar schlecht für die
Rendite.
Das zeigt eine Studie der Italiener Luigi Guiso und
Tullio Jappelli. Sie haben die Konten und Depots von
rund 1.800 Kunden der italieni-schen Bank Unicredit
untersucht und festgestellt: Je mehr sich die Kunden
über Ihre Geldanlage informierten, desto schlechter
war die Rendite verglichen mit dem Risiko. Das zeigt
die „Sharpe-Ratio“, die Rendite und Wertschwankungen
ins Verhältnis setzt. (siehe Grafik)
Daher gilt: Ganz egal, ob Sie Ihre Aktien nach technischer
oder fundamentaler Analyse handeln, setzen Sie sich
einen Zeitrahmen, auf dem Sie handeln. So reicht es
mitunter auch völlig aus, sich nur am Wochenende,
dann allerdings GUT zu informieren und nach diesem
Wissen zu handeln.
Wie Luigi Guiso und Tullio Jappelli gezeigt haben,
tut es Ihrem Depot nicht wirklicht gut, wenn Sie den
ganzen Tag vor Ihrem Computer den Chart zu beobachten
bzw Tag und Nacht "Börsenfernsehen"
schauen...